Day 3 – The big tour around Jinja
Heute sind wir um etwa 8.30 Uhr von dem lauten Bellen und Heulen der Hunde geweckt worden. Nach unserem Morgenkaffee sind wir zum Restaurant gegangen um zu frühstücken. Es gab Pancakes mit verschiedenen Saucen. Das Spezielle an den Saucen waren die vielen Ameisen, die hoffentlich nicht zu dem Menü dazu gehört haben. 😂
Um etwa 12.00 Uhr haben wir uns mit Kizza getroffen und er hat uns danach zu sich nach Hause gefahren, wo seine Frau und Tochter (Shine) schon auf uns gewartet haben. Sie haben ein sehr kleines Haus mit 2 Räumen. Der eine Raum ist wahrscheinlich ihr Schlafzimmer. Wir sassen in dem anderen Raum, der als Küche, Esszimmer und Wohnzimmer zu dienen scheint. Sie haben keine Stühle und Tische und wir haben uns auf den Boden gesetzt. Kizza und seine Frau sind im Moment am Fasten, was heisst, dass sie erst um 18.00 Uhr essen und trinken können. Seine Frau hat jedoch extra für uns etwas zu Essen gekocht. Es gab Irish Potatoes und harte Eier. Nach dem Essen haben wir ihnen ein typisch traditionelles Schweizerhemd gegeben. Sie haben es Shine angezogen und es war ihr viel zu gross.

Kizza’s Frau hat uns auch ihr neues Samsung mini gezeigt, welches wir von Jemandem bekommen haben um es in Uganda zu verschenken. Ich habe noch nie einen Menschen gesehen so viel Freude an einem Handy zu haben. Mir wurde bewusst, dass es bei mir wie schon ein Muss ist. Hier in Uganda bin ich durch den Tag praktisch nie am Handy und ich geniesse die Zeit unglaublich!!
Als nächstes sind wir zu Kizza’s neuem Haus gefahren, welches er und seine Familie hoffentlich vor Weihnachten beziehen können. Im Moment sind sie jedoch immer noch am bauen. Unterwegs haben wir angehalten um der Familie die in diesem «Haus» zurzeit wohnt ein paar Nahrungsmittel zu kaufen, da sie nichts haben und sehr sehr arm leben! Da wir unbedingt aufs WC mussten, haben wir in einem der Läden nach einem WC gefragt. Ein junger Mann hat uns danach aus dem Laden und durch eine Gasse zu einem Plumsklo geführt. Das heisst: ein Loch im Boden! Beim nächsten Laden haben Sybil und ich im Auto gewartet und ein Mann und eine Frau haben uns zu sich gewunken. Ich bin aus dem Auto gestiegen und habe mich neben die Frau gesetzt. Sie hat mir dann von ihrem Essen angeboten. Und ich weiss!!, dass ich es eigentlich aus gesundheitlichen und hygienischen Gründen nicht essen sollte, aber in diesem Moment konnte ich nicht nein sagen. Die Frau hat mir gesagt es sei Matoke und Avocados. Matoke ist eine Art zermantschte Bananen mit einer Sauce und Avocadostücke dazu. Es war sehr gut!! Ich habe noch eine Zeit mit der Frau gesprochen und ihr von der Schweiz erzählt und sie wollte am Schluss, dass ich sie mit in die Schweiz nehme: to live a good life. Also, dass sie ein gutes Leben haben könne. Sie hat mir auch von ihrem Laden erzählt, sie verkauft Perücken. Diese sind in Afrika bei den Frauen sehr beliebt.
Nachdem wir die Nahrungsmittel wie Reis, Zucker, Bohnen, Brot und auch Seife eingekauft haben, sind wir zum Haus gefahren. Dort angekommen haben wir zuerst die Familie begrüsst. Die Frau und die beiden Mädchen sind vor uns in die Knie gegangen um uns zu begrüssen. Kizza sagt, sie machen das um Respekt zu zeigen. Die ganze Familie war sehr scheu und hat uns kaum in die Augen geschaut und alle haben sehr leise gesprochen. Sie haben kein Englisch geredet, also musste Kizza immer übersetzen. Wir haben ihnen die Nahrungsmittel gegeben. Der Vater hatte Tränen in den Augen und hat über das ganze Gesicht gestrahlt. Auch die Mutter wirkte unglaublich dankbar. Kizza hat den Kindern gleich vom Brot gegeben und sie haben es hungrig herunter geschlungen. Diese Familie hat auch eine Hündin mit 3 Welpen. Die Hündin selbst war volkommen abgemagert und sah ganz schlecht aus. Es war herzzerbrechend zu sehen wie sie das Brot der Kinder angesehen hat. Wir haben der Familie auch Geld für sie selbst gegeben und auch um dem Hund Essen zu kaufen. Ich hoffe wirklich, dass sie das auch tun werden. Kizza hat uns danach in seinem neuen Haus herum geführt und uns gezeigt was er für Visionen und Vorstellungen hat. Er hat uns auch gezeigt, wo die Familie schläft, was uns zu tiefst erschrocken hat. Jetzt haben sie dank Kizza 2 Matrazen, vorher haben sie zu fünft auf einer dünnen Kindermatraze geschlafen. Auch ein WC haben sie nur ein provisorisches.
Beim Zurückfahren nach Jinja haben wir noch 3 Personen mit einem Baby mitgenommen, welche sich alle neben mich auf den Rücksitz gequetscht haben.😂 Zurück in Jinja haben wir für uns noch Nahrungsmittel und Früchte eingekauft. Wir waren auf einem typisch afrikanischem Markt. Überall haben sie uns Sachen angeboten und mitten im Gewirr hat ein Mann in voller Lautstärke gepredigt.
Zurück im Holland Park sind wir in den Pool gesprungen um uns von dem langen Tag abzukühlen. An diesem Abend haben wir eine neue Freundschaft geschlossen. Honey, eine der Hündinnen hier, kam hinkend zu uns und hatte mehrere Bisswunden, welche sie uns gezeigt hat. Seither begleitet sie uns fast überall hin.





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